Frankfurt „Hauptstadt des Migrationshintergrundes“
Migrationshintergrund soll zum Unwort des Jahres 2012 gekürt werden, so das Ergebnis der heutigen FAZ-Umfrage. Viele halten die Wortneuschöpfung des Statistischen Bundesamtes für diskriminierend. Unsere Behörden und so gut wie alle öffentlichen Medien nutzen den Begriff – weil er diskriminiert: Zwischen mehr oder weniger autochthonen „Normaldeutschen“ und Menschen samt deren Kindern, ob mit oder ohne deutschen Pass, die nach 1949 zugewandert sind. Weiterlesen »
Deutlich höheres Armutsrisiko bei Migrationsdeutschen
Dem jetzt veröffentlichten 4. Armutsbericht der Bundesregierung zufolge werden Reiche trotz Finanzkrise immer reicher. Die reichsten 10% verfügen jetzt über mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens in Deutschland, die arme Hälfte der Menschen in Deutschland dagegen lediglich über 1%, und der Staat wird dabei immer ärmer. Die wachsenden Unterschiede bergen Probleme für Deutschland, denen mit Rösler-Einsprüchen nicht beizukommen ist. Weiterlesen »
1. Frankfurter Integrationsmonitoring
Frankfurt ist nicht nur eine der wirtschaftlich erfolgreichsten Städte in Deutschland, sondern wahrscheinlich auch die Stadt mit der höchsten Diversität der Herkünfte und Lebensformen: Das 1. Frankfurter Integrationsmonitoring ist der Beginn eines systematischen Berichtswesens zur Integration und Diversität in der Stadt. Das Monitoring war überfällig, denn etwa 40 % der Frankfurter insgesamt und ca. 70 % aller Frankfurter Kinder unter 6 haben einen Migrationshintergrund gemäß der Mikrozensus-Definition von 2005. Der Ausländeranteil unter den Frankfurtern mit Migrationshintergrund liegt bei ca. 25 %. Wenig überraschend, sind sie in allen Bereichen gegenüber autochthonen Frankfurtern benachteiligt. Ein besonders großes Problem ist, dass sie in der Politik im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil noch immer unterrepräsentiert ist, insbesondere im Magistrat und den Ortsbeiräten. Die Frankfurter Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg mahnt rasche Konsequenzen aus dem 1. Monitoring an, denn heutige Migrantenkinder sind Beitragszahler von morgen.
Post-Rassismus: Wir sind alle Obama
Gestern traf ich tatsächlich mal einen Frankfurter, hier geboren und aufgewachsen: Sein Großvater war Anglo-Inder, seine Großmutter Chinesin. Vorgestern traf ich eine Freundin, deren Eltern aus Polen stammen. Beide sind Deutsche. Sie ist blond. Er wird im Alltag diskriminiert, beispielsweise weil ich ihn frage, woher er komme. Weiterlesen »
Unser neuer Bundespräsident – ein Kirchen-Mann?
Die Suche nach dem neuen Präsidenten oder der neuen Präsidentin aller Deutschen verläuft nach einem erstaunlich ähnlichen Strickmuster wie die Suche nach einer neuen Oberbürgermeisterin oder einem neuen Oberbürgermeister hier in Frankfurt: Unerklärlicher vorzeitiger Abgang von Petra Roth, Ankündigung des Nachfolgers aus CDU-Reihen, kurzfristig angesetzte Neuwahl. Die anderen Parteien sind da natürlich etwas überfordert. Weiterlesen »
Mikrozensus 2010: Migrationshintergrund & Erwerbstätigkeit
Das Statistische Bundesamt hat jetzt die Ergebnisse des Mikrozensus 2010 zum Thema Bevölkerung mit Migrationshintergrund und Erwerbstätigkeit veröffentlicht, wobei zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund Deutsche wie Ausländer zählen. Weiterlesen »
Sind Sie Migrantin/Migrant?
Diese Frage war bislang verpönt, zu groß die Ähnlichkeit mit der nach der Religionszugehörigkeit in der Nazizeit. Es gab Deutsche und Ausländer, fertig. Und nun auf einem offiziellen Fragebogen, herausgegeben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und dem Europäischen Sozialfonds: Sind Sie Migrantin/Migrant? Die Frage davor: Gehören Sie einer anerkannten Minderheit an (anerkannte Minderheiten = Sinti und Roma, Sorben, Friesen, Dänen). Die Frage danach: Haben Sie eine anerkannte Behinderung? Auch hier eine Erklärung in Klammern – aber keine zur Frage nach dem Migrationsstatus. Weiterlesen »
